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Fehlerkultur

Jetzt bloss keinen Fehler machen! — 6 Tipps für eine positive Fehlerkultur

Dr. Katja Maurer 30. Jan. 2023 4 Min. Lesezeit

6 ultimative Tipps für eine positive Fehlerkultur. Warum Sie es sich nicht leisten können, keine Fehler zu machen!

Wir kennen sie alle, die Sätze: «Fehler passieren! Fehler sind menschlich!» Wir kennen sie, aber wir handeln nicht entsprechend, wenn es wirklich dazu kommt — besonders nicht im beruflichen Umfeld.

EY-Studie 2018

50 % der Mitarbeitenden befürchten negative Konsequenzen, wenn ein Fehler ans Licht kommt. 80 % der Führungskräfte haben Fehler verschwiegen — obwohl diese nachweislich einen negativen Einfluss auf das Unternehmen hatten. Und 70 % der Führungskräfte glauben, in ihrem Unternehmen herrsche eine offene Diskussionskultur. Doch nur 30 % der Mitarbeitenden teilen diese Einschätzung.

Fehler sind Innovationstreiber

Was bedeutet eine nicht vorhandene Fehlertoleranz für ein Unternehmen? Wenn wir Fehler nicht nutzen, entgehen uns wichtige Chancen — Chancen, die das Unternehmen erfolgreicher, innovativer und profitabler machen.

Instantkaffee

Nestlé sollte nach dem Börsencrash 1929 einen löslichen Kaffee entwickeln, um brasilianische Kaffeebohnen haltbar zu machen. Das Projekt scheiterte zunächst am Aroma. Ein Chemiker tüftelte dennoch weiter — in seiner heimischen Küche. 1938 kam das Produkt auf den Markt. Fehler als Startpunkt für Erfolg.

Penicillin

Dr. Alexander Fleming liess seine Nährböden während der Ferien am Fenster stehen. Zurück bemerkte er, dass ein Schimmelpilz gewachsen war — der die Bakterien zerstörte. Penicillium. Ein Versehen, das Millionen Leben gerettet hat.

Innovation braucht Fehlertoleranz. In einer Globe-Studie landete Deutschland auf Platz 60 von 61 beim Thema Fehlertoleranz. Es gibt viel Potenzial.

6 Tipps für eine positive Fehlerkultur

1. «Ich mache Fehler!» — Leading by Example

Gehen Sie mit gutem Beispiel voran. Sprechen Sie über Dinge, die nicht gut gelaufen sind. Machen Sie Fehler zum regelmässigen Thema in Sitzungen — das gibt allen Mitarbeitenden die Möglichkeit zu lernen.

2. Trennung von Fehler und Konsequenzen

Nehmen Sie dem Fehler das Prädikat «böse». Die Trennung vom Fehler und möglichen Konsequenzen für den Mitarbeitenden ist Voraussetzung für eine offene und zeitnahe Kommunikation.

3. Aus «Wer» wird «Warum»

Streichen Sie «Wer war es?» aus Ihrem Repertoire. Ersetzen Sie es durch «Warum ist der Fehler passiert?» Das Warum führt zu Lösungen und zum kontinuierlichen Verbesserungsprozess (KVP).

4. Betroffene sind Beteiligte

Die gesamte Aufmerksamkeit gilt der Lösung. Nehmen Sie Ihre Mitarbeitenden mit auf den Weg der Lösungsfindung — sie waren dabei, sie kennen die Details, und die Einbindung setzt einen Lernprozess in Gang.

5. Raum für Experimente

Definieren Sie Freiräume: Bereiche, in denen Ihre Mitarbeitenden zum Experimentieren eingeladen sind — wo Fehler ausdrücklich toleriert werden.

6. Klassifizierung von Fehlern

Entwickeln Sie Kategorien für Schwere und Ausmass. Ein «Minor» beeinträchtigt die Funktionalität nicht. Ein «Critical» ist gefährlich und kann dem Unternehmen schaden. Klare Kategorien geben Struktur — und damit Sicherheit.

Bereit, den ersten Schritt zu machen?

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Weiterführend: Positive Fehlerkultur: Das grosse Missverständnis

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